Milcheinschuss: Was hilft wirklich?
- Miri Jakl

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Was beim Milcheinschuss passiert und was wirklich hilft
Viele Frauen warten sehnsüchtig auf den Milcheinschuss. Und dann kommt er.
Oft zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Geburt.
Plötzlich sind die Brüste warm, prall, gespannt und gefühlt doppelt so groß wie noch am Vortag. Das Baby möchte ständig trinken, das T-Shirt spannt und man fragt sich:"Ist das noch normal?"
Die kurze Antwort lautet: Ja. Auch wenn es sich gerade nicht unbedingt danach anfühlt.
Was ist der Milcheinschuss überhaupt?
In den ersten Tagen nach der Geburt bildet euer Körper Kolostrum, die sogenannte erste Muttermilch.
Sie wird zwar nur in kleinen Mengen produziert, ist aber ein wahres Kraftpaket voller Nährstoffe und Antikörper. Durch das ständige Trinken und Clustern eures Kindes und durch den Abfall der Schwangerschaftshormone nach der Geburt bekommt die Milchbildung dann richtig Rückenwind.
Die Brust wird stärker durchblutet, es wird mehr Gewebsflüssigkeit eingelagert und die Milchproduktion nimmt deutlich zu. Genau diesen Übergang bezeichnen wir als Milcheinschuss.
Woran erkenne ich den Milcheinschuss?
Jede Frau erlebt ihn etwas anders.
Typische Anzeichen sind:
warme, pralle Brüste
Spannungsgefühl
empfindliche Brustwarzen
sichtbare Venen
häufigeres Schlucken des Babys beim Stillen
manchmal leicht erhöhte Temperatur oder ein grippeähnliches Gefühl
Keine Sorge: Ein Milcheinschuss bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt.
Ganz im Gegenteil. Er zeigt, dass euer Körper gerade optimal arbeitet.
Was hilft wirklich?
Wenn ihr mich als Hebamme fragt, dann lautet mein Wochenbett-Rezept beim Milcheinschuss:
Stillen. Kühlen. Brustmassagen. Silikonmilchpumpe.
Nicht komplizierter.
Oft versuchen wir, das Problem mit noch mehr Pumpen, noch mehr Maßnahmen und noch mehr Stress zu lösen. Dabei braucht die Brust meistens genau das Gegenteil: Ruhe, Entlastung und ein Baby, das trinken darf.
Wann sollte ich Hilfe holen?
Bitte meldet euch bei eurer Hebamme (oder Stillberaterin), wenn:
die Brust sehr schmerzhaft wird
Rötungen auftreten
ihr Fieber entwickelt
euer Baby Schwierigkeiten beim Trinken hat
ihr euch unsicher fühlt
Viele Probleme lassen sich ganz unkompliziert lösen, wenn man früh hinschaut.


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